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Der Paddler-Treff

[nur, damit der inhalt vom alten playak.de nicht verloren geht. dieser artikel erschien urprünglich in 2004]

Eurocupauftakt in Hurley




Bericht von Seppi Strohmeier




Ungewohnt früh im Jahr startete die Eurocup Saison 2004. Bereits Mitte März trafen sich die Wildwasserakrobaten Europas zum ersten Kräftemessen nach der Winterpause; ein Termin, der erbarmungslos ans Tageslicht brachte, wer sich auch bei eisigen Temperaturen nicht vom regelmäßigen Training im Kajak hatte abhalten lassen. Und ganz besonders von Bedeutung war Hurley gerade für die deutschen Rodeo Artisten, zählte doch das hiesige Ergebnis mit zur Qualifikation für das WM Team in Australien, kommenden Januar.




So war die internationale Beteiligung auch erwartungsgemäß hoch, welche sich großteils bereits einige Tage vor dem eigentlichen Wettbewerb in London eingefunden hatte, um sich bestmöglich auf den Spot vorzubereiten. Dieser zeigte sich dank ausgiebiger Regenfälle, welche ja bekanntlich das typisch englische Wetter prägen, von seiner besten Seite. „Hurley on 3 gates!” Das bedeutete, dass 3 Tore der, für die künstliche Welle verantwortlichen, Wehranlage, geöffnet waren. Den Paddlern bot sich eine steile Welle mit ausgeprägten Schultern und zwei daneben befindlichen Walzen dar. Hervorragende Bedingungen also für einen derartigen Event.




Zudem entpuppten sich die Veranstalter als Meister der Logistik. Mussten doch sämtliche, mit dem Flugzeug angereisten Teilnehmer, von den 5 Londoner Flughäfen abgeholt, und ins Übernachtungslager nach Longridge, einem Pfadfinder Campingplatz unweit der Welle, gebracht werden. Darüber hinaus wurde am Ufer der Wehranlage eine wahre Zeltstadt errichtet, die den Zuschauern und Paddlern nicht nur Sanitäre Anlagen, Umkleidemöglichkeiten und eine Imbissbude zur Verpflegung bot. Im Hautzelt konnte man sogar, geschützt vor Wind und Wetter, dem Wettkampfverlauf mittels eines überdimensionalen Plasma Screens folgen, oder sich aber den zusätzlich angebotenen Referat- und Videobeiträgen widmen. So war für stete Unterhaltung gesorgt.




Das Rodeo selbst bestand aus zwei voneinander unabhängigen Wettbewerben: dem Eurocup Rodeo und dem „Hurley Classic“, zu dem es abschließend noch eine ausführlichere Beschreibung gibt.


Den Anfang im Eurocup machten in den Vorläufen die Herren. Aus dem Starterfeld wurden gnadenlos die besten 15 herausgefiltert. Bereits an dieser Stelle sollten Topfavoriten wie Nico Langner ihrer mangelnden Vorbereitung Tribut zollen und schieden aus. Von den deutschen Herren verblieben nur noch die drei Münchner Tobias Bersch, sowie Seppi und Simon Strohmeier, wobei letzterer nach fabelhafter Leistung vorerst die Tabelle anführte. Bei den Damen wurde gar auf 10 Starterinnen gekürzt, was Sanne Spölmink, Katrin Prasse und Lili Winter zum Verhängnis wurde, die sich mit den Plätzen 11, 13 und 14 zufrieden geben mussten. Lediglich Teamcaptain Ingrid Schlott und Sergeant Jutta Kaiser vermochten souverän die erste Hürde zu meistern. Während in der Klasse der Juniorinnen gar keine deutsche Beteiligung zu verzeichnen war, erging es den männlichen Junioren ähnlich wie den Damen zuvor. Denn Malte Reinders und Benedikt Sommerauer platzierten sich ebenfalls auf Rang 11 und 13. Als einziger konnte sich Thomas Motz mit einem 7. Platz ins Halbfinale fahren, den er dann letztlich auch beibehielt.


Bei den einarmigen Kanadiern gewann Stefan „Förster“ Pätsch, der amtierende Weltmeister und Vorweltmeister im Open Canoe, mit spektakuluären und riskanten Läufen im Finale. Große Anerkennung verdient außerdem Markus Hummel, der erst seit kurzem in ebendieser Klasse startet und es dennoch bis zu einem überraschenden 5. Rang schaffte.




Spannend bis zuletzt blieb es in den Finalen der Damen und Herren. Da Jutta Kaiser mit einem 7. Platz den Einzug ins 5er Head-to-head verpasste, verblieb lediglich Ingrid Schlott, die sich schließlich mit einem 4. Platz nach konstanter Leistung höchst zufrieden zeigte. Deb Pinniger aus England vermochte ihren Heimvorteil zu nutzen und holte sich überlegen den Sieg in der Damenklasse.




Bei den Herren scheiterte Seppi Strohmeier im Halbfinale mit einem 6. Platz knapp an der Endrunde. Bedauerlicherweise konnte sein Bruder die anfangs herausragenden Läufe nicht im Finale umsetzten und beendete das Finale mit dem 5. Rang. Hart umkämpfter Sieger wurde jedoch nicht, wie von allen erwartet, Tobias „der Tiger“ Bersch. Er musste sich in der letzten Finalrunde einem überragend fahrenden Casper U Kalmthout aus den Niederlanden geschlagen geben, dessen Leistung im, für ihn ersten Wettkampf in der Seniorenklasse, als die wohl größte Überraschung des gesamten Rodeos gilt.




Am Abend trafen sich sämtliche Teilnehmer und Veranstalter auf der obligatorischen Paddlerparty. Einzig das britische Essen, welches kostenlos und in schier unbegrenzter Menge zur Verfügung stand, entsprach nicht uneingeschränkt den Geschmäckern eines jeden Gaumens.




Tags darauf wurde dann das bereits angekündigte Hurley Classic abgehalten. Dabei handelte es sich um einen Rodeowettbewerb, bei dem jede Figur eines Paddlers nur einmal gewertet wurde. Gruppen von je 10 Teilnehmern, sollten nun in so vielen Läufen, wie eine 20 minütige Zeitspanne zuließ, möglichst zahlreiche unterschiedliche Figuren zu fahren versuchen. Sinn des Classic war es, ein breiteres Könnensspektrum von Paddlern anzusprechen und vor allem dem Publikum besonders spektakuläre Rodeomoves darzubieten, die für einen gewöhnlichen Wettkampf ein wohl zu hohes Risiko, aus der Welle zu fallen, darstellen würden.




Die deutsche Beteiligung hierbei hielt sich, wohl aufgrund zu langem Aufenthalts auf der Party bis weit in die Nacht hinein, eher zurück. Verdienter Sieger wurde daher selbiger wie schon zuvor beim Eurocup, nämlich Casper, der Tigerbändiger.


Rückblickend war Hurley ein außerordentlich gelungener Event und kann man den Ausbauplänen der Veranstalter glauben schenken, so wird es mit Sicherheit nicht der letzte gewesen sein...




Zum Abschluss sollte an dieser Stelle noch ein dickes Dankeschön an unseren Teamcaptain Ingrid Schlott ergehen, die weder Kosten noch Mühe scheute, um Bootstransport, Shuttleservice und Unterkunft für nahezu das gesamte deutsche Teilnehmerfeld zu organisieren und sicherzustellen






Seppi Strohmeier






Resultate und Bilder: www.hurleyclassic.com

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